Wenn ich auf Reisen gefragt werde, woher ich komme, dann ist mit „Ruhrgebiet“ in der Regel die Frage erschöpfend beantwortet. Im Ausland wird mir durch ein Kopfnicken signalisiert, dass man mich nun geographisch einordnen kann. Befinde ich mich in deutschen Landen, erreicht mich eher ein bedauernswertes „Aha“. Jeder weiß jetzt, woher ich komme: Aus dem „Kohlenpott“! Wo die Luft von den Abgasen der zahlreichen Schornsteine verpestet, ist und wo es keine Grünflächen gibt. Man hat es auch schon längst geahnt, denn mein Ruhrgebietsdialekt hat mich verraten. So bedauernswert die Blicke auch sein mögen, sie können mich nicht treffen und ebenso wenig verletzen. Diese Erfahrung teile ich mit den meisten Menschen, die hier aufgewachsen sind.
Was geht im Operationssaal ab? – Vorwort
Nachdem ich mein erstes Buch über den Bergbau „Was geht unter Tage ab?“ fertig gestellt hatte, kam mir spontan die Idee, ein Buch über alle Vorgänge, die mit einer Operation zusammenhängen, zu schreiben. Dazu wollte ich nicht nur in einem Krankenhaus die Patienten vor einer geplanten Operation über ihre Ängste befragen, sondern auch bei den anstehenden Operationen live dabei sein.
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus in Gladbeck
Der Verein für Orts- und Heimatkunde hat zu einer Wanderung auf dem neuen Bergbauwanderweg eingeladen. Etwa dreißig Interessierte sind dieser Einladung gefolgt und treffen sich am 18. Mai, einem Freitagnachmittag. Startpunkt der Tour ist der Festplatz an der Horster Straße, hinter dem eine Hangböschungshalde zu sehen ist. In den Anfängen des Bergbaus wurde versucht, das anfallende Bergematerial aus dem Streckenvortrieb möglichst unauffällig in der näheren Umgebung der Schachtanlage zu verbringen. Typisch für diese Zeit sind Hangböschungshalden, wobei das Bergematerial einfach an einen Hang geschüttet wurde. Sie waren die Vorläufer der aufgeschütteten Halden, die heute im gesamten Ruhrgebiet zu sehen sind.
Was geht unter Tage ab? – Vorwort
Wie kann man sich nur freiwillig in eine Welt begeben, in der es nie Tageslicht gibt, die geradezu lebensfeindlich scheint und die eigentlich eine Männerdomäne ist? Als einzige Frau unter Männern? Angeregt durch einen Literaturwettbewerb, der das Ruhrgebiet zum Thema hatte, kam mir der Gedanke, wie es denn wäre, für einige Tage die Arbeitsbedingungen der Männer unter Tage und die Atmosphäre einzufangen, die sie umgibt. Als Bekannte und Freunde von diesem Vorhaben hörten, fragte mich jemand, ob ich jeden Tag herunter fahren oder die gesamte Zeit unter Tage bleiben würde. Ich hielt diese Frage zunächst für einen schlechten Scherz. Doch am ernsten Gesicht meines Gegenübers konnte ich feststellen, dass diese Frage tatsächlich ernst gemeint war.