Von Kindesbeinen an liebt Ben das Fernsehen, das er kennenlernt, als er mit seiner Mutter in das gleiche Haus zieht, in dem auch seine Großeltern leben. Wenn er bei ihnen zu Besuch ist, verfolgt er gespannt auf dem Schwarzweißfernseher die Sendung „Dalli Dalli“, die er aber nie zu Ende schauen darf, weil er pünktlich um zwanzig Uhr ins Bett gebracht wird. Erst ein paar Jahre später kann er in den Ferien auch einmal die zweite Hälfte der Sendung mit Hans Rosenthal verfolgen.

Anfang der 1980er Jahre ist die Zeichentrickserie „Captain Future“ nicht nur für Ben ein absolutes Highlight, sondern der ganze Kindergarten ist verrückt danach, und die Kinder spielen die Folgen mit Playmobilfiguren nach. In dieser Zeit verbringt er die Montagnachmittage bei seinen Großeltern, wenn seine Mutter arbeiten muss, und so wird die Kindersendung „Spaß am Montag“ zu einem allwöchentlichen Erlebnis. Als die Sendung nach einiger Zeit von der „Yxilon Show“ abgelöst wird, macht Ben zum ersten Mal die Erfahrung, dass das Fernsehen auch langweilig sein kann.

Als seine Mutter eines Tages mit ihm in die Stadt fährt, um einen Farbfernseher mit Fernbedienung zu kaufen, wird für Ben das Fernsehen ein treuer Begleiter. Es hilft ihm die Einsamkeit seiner Kindheit zu durchstehen und erzählt ihm eine Gutenachtgeschichte. Weiterlesen »

Hansjörg Küster schreibt in dem Bildband Die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns von vorgeschichtlichen Gletschern, die sich von Nordeuropa immer weiter ausbreiteten. Durch eine Moränenwelle wurde die Ostsee von der Nordsee getrennt und Hebungen in Nordskandinavien halten sogar bis zum heutigen Tag weiter an. Anders als an der Nordsee gedeihen an der Küste der salzarmen Ostsee Getreidesorten und es fehlen die Gezeiten, was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass durch Winde verursachte Sturmfluten auftreten, die mehrere Wochen andauern können. Im Laufe der Zeit verzeichnete das Land verschiedene Zugehörigkeiten, was nach dem Zweiten Weltkrieg zur Vertreibung von Gutsbesitzern und mit dem Ende der DDR zu einer Reprivatisierung führte.

Der Autor erklärt dem Leser, was er sich unter einer Buhne, den Bodden oder einem Haff vorzustellen hat. Er macht verständlich, wie aus den Riffen zuerst Haken, und später Nehrungen werden. Des weiteren sorgt er dafür, dass der Leser die Stadt Lübeck richtig aussprechen kann, denn bedingt durch das Dehnungs-C heißt es korrekt: Lübeek! Nirgendwo auf der Welt sind das Meer und der Wald so nah beieinander, weil es an den Steilküsten mit malerischen Kreidefelsen immer wieder zu Abbrüchen kommt. So stürzen nicht nur einzelne Bäume ins Meer, sondern ganze Orte sind auf diese Weise verschwunden. Da sich der von einem Strandabschnitt fortgespülte Sand an anderer Stelle ablegt, ist die Küste in dauernder Bewegung und formt sich neu. Zahlreichen Zugvögeln, insbesondere den Kranichen, bietet Mecklenburg-Vorpommern eine Rastmöglichkeit. Weiterlesen »

James A. Mitchell hat sich mit seinem Buch Das Walross und die Elefanten an die schwierige Aufgabe gewagt, ein Porträt von John Lennon während der Jahre nach der Trennung von den Beatles und seinem Umzug von London nach New York zu zeichnen. Dieser zur Legende gewordene Musiker hat innerhalb weniger Stunden die Freilassung des Bürgerrechtlers John Sinclair bewirken können. Politiker wollten seinen Einfluss für die Präsidentschaftswahlen nutzen, um Nixon zu stürzen. Doch nach seiner Wiederwahl reagierte man prompt und verweigerte Lennon die Verlängerung seiner Aufenthaltsgenehmigung. Wie den Ausführungen von James A. Mitchell weiter zu entnehmen ist, drohte man dem verheirateten Lennon sogar mit der Ausweisung, die eine Trennung von seiner Frau Yoko Ono bedeutet hätte, die auf der Suche nach ihrer Tochter in Amerika bleiben wollte. Es war dem Musiker nicht einmal möglich, das Land zu verlassen, weil ihm dann unter Umständen die Wiedereinreise versagt worden wäre, wie es Jahrzehnte zuvor Charly Chaplin passierte.

In einer Show von Mike Douglas soll John Lennon als für ihn wichtige Themen Liebe, Frieden, Kommunikation, Rassismus, den Krieg und die Befreiung der Frau erachtet haben, wobei er bezüglich seiner Achtung vor Frauen Jahre später, als sein Sohn Sean geboren wurde, mit einem guten Beispiel voranging. Weiterlesen »

Das Reiselesebuch, für das Jakob Strobel y Serra eigene und Beiträge anderer Autoren zusammengestellt hat, beginnt mit einem Auszug aus dem Bordbuch von Christoph Kolumbus, das dieser während seiner Entdeckung von Kuba im Herbst des Jahres 1492 geführt hat. In seiner Annahme, die Insel könnte nicht von schweren Stürmen heimgesucht werden, sollte er sich allerdings täuschen. Daran schließen sich Eindrücke von Alexander von Humboldt aus dem Jahr 1801 über heimische Pflanzen, die Bevölkerung und der Sklaverei an. Es folgt eine Erzählung des kubanischen Schriftstellers Guillermo Cabrera Infante über die Faszination eines Fotografen von einer Bolero-Sängerin sowie einer Rumbatänzerin und eine weitere von Aida García Alonso über eine junge Mexikanerin, die als Köchin einige Monate während der Herrschaft von Charles Edward Magoon auf Kuba arbeitete.

Der Kubaner Alejo Carpentier schreibt in einem Auszug seines Romans von einem Mann, der an den Ort seiner Kindheit in Havanna zurückkehrt. Interessant sind die Ausführungen von dem aus Havanna stammenden Manuel Pereira, die einem Merianheft über Kuba entnommen sind. Darin schreibt er von den andalusischen und arabischen Einschlägen und der sich immer mehr ausdehnenden Stadt, in der bereits seine Großmutter gelebt hat. Ein amüsantes Kapitel stammt aus einem Roman der Kubanerin Zoé Valdés, in dem sich ein Mädchen immer wieder etwas Neues ausdenkt, um ein paar Pesos zu verdienen und das anschließend durch den historischen Stadtkern von Havanna streift. Weiterlesen »

Im Jahr 2016 holt die Welt zu einem gemeinsamen Schlag gegen den islamischen Terror aus, was einen Dritten Weltkrieg mit atomaren Waffen heraufbeschwört. In der Folge kommt es zu gigantischen Erdbeben, das Weltklima gerät aus den Fugen, viele Teile der Erde sind unbewohnbar, das Internet bricht zusammen, Städte werden unter Panzerglas errichtet und eine Superkrebs-Erkrankung breitet sich unter den Überlebenden aus. Es kommt zur Gründung der Europäischen Demokratischen Republik, die im Jahr 2136 von den Diktatoren „Der Zehn“ regiert wird, die von Praescius befehligt werden. Auf der Halbinsel Schiereiland werden Spunde, Kindersoldaten, gezüchtet, die später auf Rotten aufgeteilt werden. Diese Educares genannten Spunde stehen über den Räudigern, den Wilden und Abtrünnigen, die bei Treibjagden eingefangen werden, doch haben die Educares im Gegensatz zu den Räudigern verkümmerte Geschlechtsteile, die sie zeugungsunfähig machen. Die Räudiger teilt man entweder nach Abrichtung einer Rotte zu oder glättet sie, womit ihre Tötung gemeint ist. Jede Rotte hat eine Führerin und einen kindlichen Gruppenführer, der mit einem Gehirn-Manipulations-Gerät ausgerüstet ist, das ihm per Knopfdruck eine Bestrafung eines Spundes erlaubt, weil er dadurch Einfluss auf einen eingepflanzten Chip in dessen Rückenmark nehmen kann. Weiterlesen »

Freddy Langer beginnt sein Reiselesebuch Alles zu Fuß mit einer Wanderung in der Algarve und muss feststellen, dass er sich offensichtlich verlaufen hat, was auf die oftmals „schwammigen“ Angaben mancher Wanderführer zurückzuführen ist, die so oder so interpretiert werden können. Als nächstes unternimmt er einen Streifzug durch den amerikanischen Bundesstaat New York, berichtet von einer elf Jahre dauernden Weltumwanderung einer zu Beginn der Reise erst Sechzehnjährigen und besucht einen Künstler, der seine Wanderungen in Bilder umsetzt. Nach einigen Sprüchen und Aussagen bekannter und auch unbekannter Persönlichkeiten, schreibt er von seinen Eindrücken auf dem Malerweg in der Sächsischen Schweiz, die er mit geologischen Informationen ergänzt. Er spricht mit einem Straßenfotografen, der in San Francisco Menschen ablichtet und bewundert dessen Fotos.

Bis hierher kann Freddy Langer wahrscheinlich noch nicht viele Leser für sein Buch begeistern. Dieser Eindruck ändert sich jedoch mit der nächsten Wanderung, die ihn durch das Atlas-Gebirge im Nordwesten Afrikas führt. An diesem Ort fühlt er sich wie in einer Zeitreise in die Vergangenheit versetzt, als er auf den Spuren der legendären Salzstraße wandelt. Zum Glück ist er hier, wo kaum eine Orientierung möglich ist, nicht ohne Bergführer unterwegs. Für eine 24-stündige Bergtour auf dem Meraner Höhenweg, die mit dem Tragen von Stirnlampen ihren Anfang nimmt, schließt er sich einer Gruppe an. Die Wanderer bestaunen mehrere hundert Meter in die Tiefe stürzende Wasserfälle in einer Gegend, wo die Bergbauern ihre Wiesen entweder mit Steigeisen ausgerüstet, oder am Seil angebunden mähen. Weiterlesen »

Als Mateusz Blizniak im Alter von acht Jahren zu Beginn der 1990er Jahre mit seiner Mutter aus Polen nach Schwetzingen übersiedelt, lernt er im ersten Jahr in seiner neuen Heimat die deutsche Sprache fast perfekt. Da seine Mitschüler den polnischen Namen kaum aussprechen können, nennen sie ihn einfach Matze Blitz. Der als Außenseiter geltende Junge lernt in der 7. Klasse einer Hauptschule Robert, Daniel und Steff kennen. Während Steff, wie Matze, ein Scheidungskind ist und wegen seiner nazifreundlichen Gesinnung auch schon mal Adolf genannt wird, trägt der wortkarge und eher nachgiebige Robert mit russischen Wurzeln den Beinamen Josef. Bei Daniel, dessen Mutter aus Thailand stammt, und bei dem sich auch noch der Türke Erkan einquartiert hat, treffen sich die grundverschiedenen Freunde.

Als Daniels Mutter für eine Silvesterparty in einer Mannheimer Bar Hilfe an der Abendkasse benötigt, sind sich die Jungen zunächst uneinig. Robert müsste seiner Freundin Kerstin, die ausgerechnet mit Lena, in die Matze verliebt ist, die gleiche Klasse besucht, für den Abend absagen. Steff würde sich am liebsten besaufen und Erkan denkt nur ans Kiffen. Doch da allen klar ist, dass sie nach der Schulzeit getrennte Wege gehen und dies wohl ihre letzte gemeinsame Nacht sein wird, soll Silvester die eine Nacht werden, an die sie sich noch lange erinnern werden. Für Matze, der als einziger mit einem Abitur und einem Studium einen ehrgeizigen Plan verfolgt, verändert sich durch die Silvesternacht, die so gar nicht nach Plan läuft, sein Leben. Weiterlesen »

Erst seit Juni 2009, so schreibt Georg Quedens in seinem Buch Weltnaturerbe Wattenmeer, ist das Wattenmeer von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt worden. Unzählige Kleinstlebewesen bevölkern das Wattenmeer, das durch den Wechsel der Gezeiten einem steten Wandel unterliegt. Der Autor belegt anhand früherer Kartenausschnitte, wie sich die Inseln und die Wattenströme immer wieder verlagert haben. Er macht in einem Rückblick auf das Ende der letzten Eiszeit vor 20.000 Jahren deutlich, wie das uns heute bekannte Wattenmeer mit seinen Prielen und Wattenströmen entstanden ist und wie sich Inseln, Marscheninseln und Halligen gebildet haben. Dem Leser zeigt er nicht nur die Ursache von Ebbe und Flut auf, sondern geht auch auf die Auswirkungen, was die Gezeiten beeinflusst sowie auf die mit einer Sturmflut verbundenen Gefahren ein.

Das Buch vermittelt einen Eindruck von der arbeitsintensiven Landgewinnung, erklärt die Bedeutung der Deiche und benennt die Auswirkungen, die der Fremdenverkehr und die Überdüngung der Felder auf das Wattenmeer haben. Zum Thema Fischerei erwähnt Georg Quedens die Zuchtanlagen für Austern und die sehr gefahrvolle Krabbenfischerei, die nicht wenigen Fischern den Tod brachte. Weiterlesen »

In einer Westernstadt taucht am Horizont ein Cowboy mit einem auffällig großen Hut auf und fragt eine imaginäre Person, warum sie so glotzt. Als er hört, dass er nur angeguckt wird, will er wissen, ob der andere Streit sucht. Der Cowboy droht mit einer Pistole, was die andere Person jedoch nicht beeindruckt, da es sich bei der Pistole lediglich um eine Banane handelt. Nun hält der Cowboy sein Gegenüber wegen der Entlarvung für einen Schlaumeier und meint, ihn auch ohne eine Pistole wegpusten zu können. Pusten, bekommt er zur Antwort, kann der andere auch, der daraufhin tief Luft holt und den Cowboy auf einen fernen Planeten pustet.

Schon beim Anblick des Kinderbuches Suchst du Streit? von Karsten Teich fällt das überdimensionale Format auf. Für Verblüffung sorgt sowohl bei den Kindern, als auch bei den Eltern, die ihren Kleinen vorlesen, bereits die erste Seite des Buches. Denn außer einer großen, mit einigen Steinchen bedeckten sandigen Straße, die eine Häuserfront mit einem Laden und einem Saloon säumt, ist lediglich in der Ferne bei untergehender Sonne ein schmales „Strichmännchen“ zu sehen, das „He, du!“ ausruft. Auf den folgenden Seiten nähert sich ein Cowboy mit einem rot-karierten Hemd und Halstuch, dessen Gesicht vor Wut rot wird, weil er nicht angeguckt werden will. Weiterlesen »

Wer gestern einmal einen Blick auf “Die besten Bücher” geworfen hat, wird sich vielleicht gewundert haben, welche Bücher sich inzwischen in der Bestenliste platzieren konnten. Wir haben uns zum 1. April einen Scherz erlaubt und statt der besten Bücher, die Bücher mit den schlechtesten Bewertungen in der Liste eingeblendet.

Das Voting zu “Die besten Bücher des Jahres” kann sich inzwischen einer enormen Beteiligung erfreuen, denn im März wurden mehr als doppelt so viele Stimmen wie im Vormonat abgegeben. Insgesamt zehn Bücher, die im Februar noch in der Bestenliste vertreten waren, konnten sich leider nicht mehr platzieren. Die drei ersten Plätze sind immerhin noch vertreten, aber weiter nach hinten gerutscht. Von der Autorin Elke Schwab und dem Autor Jaromir Konecny sind jeweils alle drei Bücher, die wir besprochen haben, in der Bestenliste zu finden. Aber auch Frank Goosen und Hans Rath sind mit je zwei Büchern vertreten. Da wir die Messlatte inzwischen etwas höher gelegt haben, wird es in den folgenden Monaten weiterhin spannend bleiben. Weiterlesen »