Carlos Santana schreibt in seiner Autobiografie Der Klang der Welt, dass er bereits durch seinen Vater, Groß- und Urgroßvater musikalisch geprägt wurde. Die ersten Jahre verbringt der 1947 in Autlán, Mexiko, geborene Musiker mit sechs weiteren Geschwistern in ärmlichsten Verhältnissen. Er schreibt vom Umzug nach Tijuana, vom Verhältnis zu seiner Mutter und davon, wie er mit neun Jahren vom Vater an die Geige herangeführt wird und in Kirchen das Ave Maria spielt. Mit dreizehn hört er in einem Park Javier Batiz auf einer E-Gitarre Blues spielen, was Santanas Leben verändert. Er bringt sich das Gitarrenspiel selbst bei und jamt in Stripclubs. Mit fünfzehn durchlebt er eine harte Zeit in San Francisco, wo er jahrelang als Tellerwäscher nebenher Geld verdienen muss. Ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre schließt er sich unter dem Einfluss des Vietnam-Krieges und der Ermordung Martin Luther Kings der Hippiebewegung an. Bill Graham, dem Carlos Santana viel zu verdanken und der seine Karriere stark beeinflusst hat, wird auf die Santana Blues Band aufmerksam. Von lateinamerikanischen Einflüssen geprägt, deren Wurzeln Carlos Santana aber in Afrika sieht, wie er betont, erlebt die Band, die sich ab 1968 nur noch Santana nennt, einen rasanten Aufstieg als Vorband namhafter Musiker. Der Durchbruch gelingt ihnen auf dem legendären Woodstock-Festival im Jahr 1969. Weiterlesen »

Im Zentralbüro des Himmels herrscht aus gutem Grund eine gewisse Unruhe, denn Gott kehrt aus seinem einwöchigen Urlaub zurück. Auch in der Ewigkeit vergeht die Zeit, nur sehr viel langsamer, denn im Unterschied zur irdischen Zeit entspricht ein Tag im Himmel etwa siebenundfünfzig Erdenjahren. Als Gott in seinen Urlaub aufbrach, war auf der Erde gerade einmal das Jahr 1609, eine Epoche, die ihm enorme Freude bereitete. Als er gut erholt von seiner Reise in die entlegene himmlische Provinz zurückkehrt, schreibt man auf der Erde das Jahr 2011 und es sind über vierhundert Jahre vergangen, die nicht gerade ereignisarm waren. Gott benötigt einen ganzen Vormittag, um sich über Kriege, Gräueltaten und den moralischen Verfall der Menschen auf den neuesten Stand zu bringen.

Nachdem sich Gott einen Überblick verschafft hat, fragt er sich, wie das alles dermaßen aus dem Ruder laufen konnte. Von seiner persönlichen Assistentin will er wissen, wo denn sein Sohn Jesus steckt, der gerade mit Jimi Hendrix Gitarre spielt und einen Joint raucht, und der während der Abwesenheit seines Vaters nach dem Rechten sehen sollte. Gott macht ihm Vorwürfe, dass die Menschen auf dem besten Weg sind sich selber zu zerstören. Kurzerhand werden die leitenden Heiligen Petrus, Matthäus, Andreas und Johannes in den Konferenzraum berufen, denn Gott will wissen, was da unten mit den Christen los ist. Er beschließt, sein Sohn Jesus muss noch einmal auf die Erde zurückkehren, um den Menschen ihre Fehler aufzuzeigen und Liebe, Toleranz, Gerechtigkeit und Gnade zu predigen. Weiterlesen »

Die Protagonistin des Romans Was das Meer nicht will ist seit zwanzig Jahren mit dem als Übersetzer arbeitenden Georg Brauckmann verheiratet. Seitdem fahren die beiden jedes Jahr zu Weihnachten zu ihrer allein lebenden Mutter Erika, die Wert auf die Beibehaltung von Traditionen legt. Ihrer Tochter macht sie ein schlechtes Gewissen, dass sie sich so selten sehen und sie schon vor dem Jahreswechsel wieder abreisen will. Im Sommer verbringt das Paar gewohnheitsmäßig drei bis vier Wochen im eigenen Appartement in Spanien. Während dieser Zeit kommt die Mutter für zwei Wochen zu Besuch und wohnt im Gästezimmer.

Doch die räumliche Nähe führt zu Spannungen und die Protagonistin fühlt sich zunehmend eingeengt. Georg verhält sich seiner Frau gegenüber wie ein Lehrmeister und erinnert sie manchmal an den Leistungskurs, den sie in der Schule zusammen besucht haben. Er ist ein Pendant, überbesorgt und macht seiner Frau Vorwürfe, wenn sie etwas vergessen hat. Da er selbst kein guter Schwimmer ist und deshalb lieber schnorchelt, überredet er seine Frau ebenfalls dazu. Sogar den Kauf eines motorbetriebenen Schlauchbootes kann er gegen ihre Überzeugung durchsetzen. Auch Mutter Erika zeigt sich davon wenig begeistert und lässt das Paar ihren Unmut spüren, da sie viel lieber an einem Kiesstrand baden möchte. Eines Abends sitzen die drei gemütlich beim Grillen. Der eher schmuddelig gekleidete Nachbar Karl, mit dem die junge Frau eine Affäre verbindet und der eine vulgäre Ausdrucksweise hat, platzt unangemeldet in die Runde und sorgt für Aufregung. Weiterlesen »

Der Mai ist gekommen und es wird Zeit, wieder einmal einen Blick auf die Liste der besten Bücher zu werfen. Insgesamt ist die Anzahl der beim Voting abgegebenen Stimmen kontinuierlich angestiegen, doch die durchschnittliche Anzahl der vergebenen Sterne ist gesunken. Es wurden mehr schlechtere Bewertungen abgegeben als im Vormonat. Waren im März noch 4.72 Sterne erforderlich, um in die Bestenliste zu gelangen, reichte im April eine Bewertung von 4.48 aus. Exakt diese durchschnittliche Benotung können gleich vierzehn Bücher in der Bestenliste vorweisen.

Immer wieder sind im Verlauf des Monats neue Bücher wie Sternschnuppen in der Bestenliste aufgetaucht und nach kurzer Zeit wieder verschwunden. So werden auch zur Zeit die ersten Plätze von Büchern belegt, die gerade einmal die fünfundzwanzig erforderlichen Stimmen bekommen haben, um beim Voting überhaupt berücksichtigt zu werden. Wir sind gespannt, wie lange sich diese drei Bücher auf den ersten Plätzen halten können. Weiterlesen »

Knut Knieping lebt mit seiner Frau Cecile und der 7-jährigen Tochter Fine in Düsseldorf. Selbst, als seine Frau zu einer Verabredung geht und er Fine beaufsichtigen soll, kann er es nicht lassen und muss seiner Laufsucht frönen: Im Keller reißt er dabei joggend den Wäscheständer um und wird zu seiner Schmach auch noch von Cecile auf frischer Tat ertappt. Zu einem Treffen mit Freunden im Fußballstadion ist Knut der Einzige, der auf alles Fahrbare verzichtet, was unschwer an seiner durchgeschwitzten Kleidung zu erkennen ist. Und wenn er sich schon einmal einen Tagesplan zurecht legt, wird der ganz sicher durch Aufgaben von seiner Frau durchkreuzt: Er ist zum Flicken ihrer Fahrradreifen verdonnert, wobei sich ungeahnte Probleme ergeben.

Mit alten Kumpeln besucht Knut in Reykjavik ein Stadion und steht anschließend vor verschlossenen Türen, weil er wieder einmal seinen Laufdrang nicht zähmen konnte. Während eines Urlaubs mit seiner Frau in Namibia zweckentfremdet er einen lediglich zum Planschen vorgesehenen Pool und unterschätzt bei einem abendlichen Lauf die schnell einsetzende Dämmerung in der Wüste. Wieder in der Heimat stellt er beim Laufen mit einem erschrockenen Blick auf die Uhr fest, dass er als Anwalt in Kürze einen Termin mit einem Mandanten hat und landet aus Unachtsamkeit in frischem Beton. Mittlerweile 45-jährig will es Knut wissen und möchte mit mehr Disziplin für einen Wettkampf trainieren. Beim Düsseldorfer Kö-Lauf trifft er doch tatsächlich einen alten Bekannten wieder: Mit einem nunmehr 70-Jährigen, der einem Velociraptor ähnelt, ist er 1992 im Temporausch dieselbe Strecke gelaufen. Von wegen Tempo Raus, denkt sich Knut und liebäugelt schon mit dem Vienna City Marathon. Weiterlesen »

Die aus Dresden stammende und gelernte Krankenschwester Ines Behrendt hat sich am LIPA beworben, dem Liverpool Institute for Performing Arts, einer von Paul McCartney gegründeten Universität, und ist stolz darauf, dass sie angenommen wurde. Mit ihrer Freundin Janine, die aus Berlin zu Besuch gekommen ist, unternehmen die beiden jungen Frauen einen abendlichen Kreuzzug durch die Kneipen und Bars von Liverpool. Sie treffen den talentierten John Raymond, den Ines als ihren Studienkollegen vorstellt.

Nach der Abreise von Janine wird Christopher Henley, der Chef des legendären Cavern Clubs, tot aufgefunden. John wird festgenommen, weil er zuvor einen Streit mit Henley hatte. Von einem Polizisten erfährt Ines, für die John mittlerweile mehr als nur ein Studienkollege ist, dass er der Polizei als ehemaliger Junkie bekannt ist. Von Johns Mitbewohner Mark hört Ines, dass Nicolas Olsen, der sich auf der Suche nach Talenten bei ihr bereits vorgestellt hat, eine Beatles-City mit Einbeziehung des Cavern Clubs plant. Doch dann wird John freigelassen und dafür sein Freund Thomas Duncan, der Chef vom Cabin Club, verhaftet. Obwohl John das Land nicht verlassen darf, fliegt er mit Ines nach Berlin. Sie wollen den von ihnen verdächtigten Olsen dort aufsuchen, weil sie nicht an eine Einigung von Olsen mit dem ermordeten Henley glauben. Prompt wird John bei der Wiedereinreise verhaftet, womit sein Abschluss bei der LIPA gefährdet ist. Ausgerechnet die alte Mrs Englewood, Ines Vermieterin, scheint ihre einzige Hilfe zu sein. Weiterlesen »

Ein Bundestagsabgeordneter, dessen Tage mit Terminen ausgefüllt sind, ist für zwei Tage und Nächte auf einer Hallig zum Nichtstun verurteilt, nachdem sein Boot einen Motorschaden erlitten hat. Fischer schleppen sein Boot ab, und er kommt bei Kathrin Knudson unter. Mit ihr läuft er durch das Wattenmeer, was er noch nie getan hat. Die Stunden, die er auf der Hallig verbringt, wo er sich zum ersten Mal richtig frei fühlt, werden sein Leben verändern.

Der Bundestagsabgeordnete ist Mitglied im Aufsichtsrat eines gigantischen Bauprojektes, das Mitten im Herzen von Berlin entstehen soll. Nach Plänen des Aufsichtsratsvorsitzenden Rödel soll eine in der Welt einzigartige Badelandschaft mit Anschluss an alle Bahnen und einen Flughafen sowie dem Duft von drei Meeren entstehen, die von Säulen getragen wird und dessen gelbes Glasdach sich öffnen lässt. Doch bei den Sitzungen im Plenarsaal bekennt Straußer, dass im Keller Rohre verlegt wurden, deren Zweck niemand kennt. Jeder Verleger hatte demnach eigene Pläne, die Wasserversorgung des Schwimmbades kann nicht gewährleistet werden, und es kommt Wasser aus Rohren, die gar nicht vorgesehen waren. Ein Mysterium! In endlosen, nächtelangen Sitzungen kann nicht einmal ein Abriss ausgeschlossen werden, obwohl längst Planungen für die feierliche Eröffnungszeremonie mit dem Bundespräsidenten und der Kanzlerin laufen. Weiterlesen »

Im Juni 1924 wollen George Mallory und Andrew Irvine den Mount Everest bezwingen, doch sie kehren nie zurück. Bis auf den heutigen Tag konnte nicht geklärt werden, ob die beiden Bergsteiger den Gipfel erreicht haben und damit den als Erstbesteigern geltenden Tenzing Norgay und Edmund Hillary den Ruhm streitig machen könnten. In dem Roman Der Berg von Dan Simmons ist dieses Drama der Ausgangspunkt der Handlung. Der aus Boston stammende Jacob Perry, der Chamonix Führer Jean-Claude Clairoux und Richard Davis Deacon, den alle nur den Diakon nennen, erfahren auf dem Gipfel des Matterhorns aus einer Zeitung vom Drama am Mount Everest. Längst ist im Kopf des Diakons der Plan gereift, ebenfalls auf den höchsten Berg zu klettern. Dazu testet er auf der gefährlichsten Abstiegsroute seine beiden Begleiter.

Bei einem Besuch bei Lady Bromley erfahren die drei Männer, dass Lord Percival Bromley und Kurt Meyer mit einigem Abstand Mallory und Irvine zum Gipfel nachgestiegen und ebenfalls verschwunden sind. Der vermeintlich einzige Zeuge, der Nazi Bruno Sigl, behauptet, Bromley und Meyer seien mit ihren Sherpas von einer Lawine in den Tod gerissen worden. Doch Überlebende der gescheiterten Expedition behaupten etwas anderes. Lady Bromley sichert schließlich dem Diakon und seinen Seilgefährten die Finanzierung der Bergung ihres Sohnes zu. Allerdings macht sie zur Bedingung, dass ein Verwandter, Reggie, und nicht der Diakon die Verantwortung trägt. Weiterlesen »

Von Kindesbeinen an liebt Ben das Fernsehen, das er kennenlernt, als er mit seiner Mutter in das gleiche Haus zieht, in dem auch seine Großeltern leben. Wenn er bei ihnen zu Besuch ist, verfolgt er gespannt auf dem Schwarzweißfernseher die Sendung „Dalli Dalli“, die er aber nie zu Ende schauen darf, weil er pünktlich um zwanzig Uhr ins Bett gebracht wird. Erst ein paar Jahre später kann er in den Ferien auch einmal die zweite Hälfte der Sendung mit Hans Rosenthal verfolgen.

Anfang der 1980er Jahre ist die Zeichentrickserie „Captain Future“ nicht nur für Ben ein absolutes Highlight, sondern der ganze Kindergarten ist verrückt danach, und die Kinder spielen die Folgen mit Playmobilfiguren nach. In dieser Zeit verbringt er die Montagnachmittage bei seinen Großeltern, wenn seine Mutter arbeiten muss, und so wird die Kindersendung „Spaß am Montag“ zu einem allwöchentlichen Erlebnis. Als die Sendung nach einiger Zeit von der „Yxilon Show“ abgelöst wird, macht Ben zum ersten Mal die Erfahrung, dass das Fernsehen auch langweilig sein kann.

Als seine Mutter eines Tages mit ihm in die Stadt fährt, um einen Farbfernseher mit Fernbedienung zu kaufen, wird für Ben das Fernsehen ein treuer Begleiter. Es hilft ihm die Einsamkeit seiner Kindheit zu durchstehen und erzählt ihm eine Gutenachtgeschichte. Weiterlesen »

Hansjörg Küster schreibt in dem Bildband Die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns von vorgeschichtlichen Gletschern, die sich von Nordeuropa immer weiter ausbreiteten. Durch eine Moränenwelle wurde die Ostsee von der Nordsee getrennt und Hebungen in Nordskandinavien halten sogar bis zum heutigen Tag weiter an. Anders als an der Nordsee gedeihen an der Küste der salzarmen Ostsee Getreidesorten und es fehlen die Gezeiten, was jedoch nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass durch Winde verursachte Sturmfluten auftreten, die mehrere Wochen andauern können. Im Laufe der Zeit verzeichnete das Land verschiedene Zugehörigkeiten, was nach dem Zweiten Weltkrieg zur Vertreibung von Gutsbesitzern und mit dem Ende der DDR zu einer Reprivatisierung führte.

Der Autor erklärt dem Leser, was er sich unter einer Buhne, den Bodden oder einem Haff vorzustellen hat. Er macht verständlich, wie aus den Riffen zuerst Haken, und später Nehrungen werden. Des weiteren sorgt er dafür, dass der Leser die Stadt Lübeck richtig aussprechen kann, denn bedingt durch das Dehnungs-C heißt es korrekt: Lübeek! Nirgendwo auf der Welt sind das Meer und der Wald so nah beieinander, weil es an den Steilküsten mit malerischen Kreidefelsen immer wieder zu Abbrüchen kommt. So stürzen nicht nur einzelne Bäume ins Meer, sondern ganze Orte sind auf diese Weise verschwunden. Da sich der von einem Strandabschnitt fortgespülte Sand an anderer Stelle ablegt, ist die Küste in dauernder Bewegung und formt sich neu. Zahlreichen Zugvögeln, insbesondere den Kranichen, bietet Mecklenburg-Vorpommern eine Rastmöglichkeit. Weiterlesen »