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Auf dem Gelände der Alten Ziegelei in Mainz wird im Januar 2017 die Leiche einer gefolterten, nackten und in der Mitte zerteilten Frau aufgefunden. Ihr Mund ist bis zu den Wangenknochen aufgeschlitzt, was Hauptkommissar Ernst-August Malminger sofort mit dem Mord an Elizabeth Short in Verbindung bringt, die 1947 in Los Angeles auf dieselbe Art ermordet wurde. Denn er selbst ist Autor eines Buches über diesen Mordfall. Die junge Frau hat keine Papiere bei sich und schnell ist klar, dass der Fundort der Leiche nicht der Tatort sein kann und die sauber ausgeführten Verstümmelungen nur von einer Person mit medizinischem Fachwissen begangen wurden.

Die kokainsüchtige Trix hat seit Tagen nichts mehr von ihrer Freundin Mira gehört und sucht sie verzweifelt. Auch der Zuhälter Lou ist über ihr plötzliches Verschwinden sauer, denn Mira brachte ihm das meiste Geld ein, von dem er auch noch einen Teil an Castro abgeben muss. Trix muss nun notgedrungen alleine in dem ihr verhassten Folterkeller von Fat Freddy genug Geld für Drogen anschaffen.

Malminger ist davon überzeugt, dass der Täter ihn kennt und er weiß genau, dass die Handtasche der Toten, wie vor siebzig Jahren, auftauchen wird. Doch unter den Ermittlern tobt ein Machtkampf. Malminger will über den aktuellen Fall ein weiteres Buch veröffentlichen und zum Dezernatsleiter aufsteigen. Weiterlesen »

Maximilian Kramer kann nicht verstehen, warum sein Vater die Familie verlassen hat und noch weniger, warum sich seine Mutter Conrad zuwendet. Mit acht Jahren erwischt er die beiden beim Liebesspiel, wodurch er den Unmut seines Stiefvaters heraufbeschwört. Mit dem Titel „Meine schöne Welt“ soll er das Thema eines Schulaufsatzes verfehlt haben und wegen der schlechten Note wird die Mutter zur Schule beordert. Das macht Conrad noch wütender und in der Folge schlägt er den mittlerweile Neunjährigen immer häufiger und brutaler.

Mit seinem Freund Leon findet Maximilian beim Spiel eine Kinderleiche. Wie er herausfindet, handelt es sich dabei um Hannes Kliem, der sich wiederholt in seine Träume mischt. Als Maximilian bewusst wird, warum er die Gedanken an Hannes nicht verdrängen kann, vertraut er sich einem Kommissar an. Die Auseinandersetzung mit seinem Stiefvater, der ihn brutal schlägt und ihm droht, eskaliert.

Maximilian findet sich in einer Welt wieder, die von Stille beherrscht wird und in der kein Licht ist. Verzweifelt ruft er nach seiner Mutter, die ihm nicht antwortet. Er verlässt die Wohnung und begegnet einem Studenten, der sich Iwa nennt und behauptet, zusammengeschlagen worden zu sein. Von ihm erfährt Maximilian, dass er sich überall alles nehmen kann, denn es bleibt ohne Konsequenzen, da nach einem Schlaf alles so ist wie zuvor. Weiterlesen »

Nachdem der Handelsvertreter Tom Kramer sich endgültig von seiner Freundin Ulla getrennt hat und aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen ist, wohnt er seit ein paar Tagen in einem Hotel. Da erhält er von seinem Chef den Auftrag in der Volksrepublik China ein neues Vertriebsbüro zu eröffnen. Seine Aufgabe in Shinkh würde darin bestehen, aus einer bereits funktionierenden Cornflakesproduktion den Vertrieb in andere Länder zu organisieren. Seine Reise führt ihn über Hongkong nach Beijing, wo er von Li Ting, einem Mitarbeiter der Shinkh Corporation, bereits erwartet wird. Mit dem Privatjet von Ted Corner, dem Besitzer des Unternehmens, geht es weiter nach Xining und von dort mit dem Geländewagen nach Shinkh, wobei es sich nicht um eine Stadt handelt, wie Tom Kramer zu seiner Überraschung erfährt, sondern um ein Unternehmen, für das fast vierzigtausend Menschen arbeiten. Während der Fahrt über die westliche Hochebene werden sie von brutalen Räubern überfallen, die ihren Fahrer Hu erschießen. Doch Tom Kramer und Li Ting gelingt es in letzter Minute den Banditen zu entkommen.

Auf einem gut bewachten Hochplateau befindet sich das Firmengelände von Shinkh, auf dem es Produktionsanlagen, eine Druckerei für Verpackungen, Abfüllanlagen und eine Versandrampe gibt. Außer dem kleinen Spielzeug, das in die Cornflakesverpackungen kommt, wird hier alles hergestellt. Weiterlesen »

Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich wird aus dem ehemaligen Österreich ab März 1938 die Ostmark. Georg Manhart ist als einer der wenigen davon überzeugt, dass damit auch in Wien die Pest Einzug hält. Als Jude muss sein Vater, dessen Mutter und Geschwister bereits deportiert wurden, aus der Wohnung ausziehen und Georg wird als Halbjude für wehrunwürdig erklärt. Nach der Matura nimmt er eine Stelle als technischer Zeichner in einem Flugzeugwerk an, weil er hofft, so seine Ruhe zu haben, da die Produktion von Jagdflugzeugen absoluten Vorrang in der Rüstungsplanung genießt. Sein Freund Rainer wird allerdings an die Front abkommandiert. Während seines Heimaturlaubs im April 1943 verlobt er sich mit Dagmar, auf die Georg bereits in der Schule ein Auge geworfen hatte. Obwohl ihm als Halbjude eine Verbindung mit einer Arierin untersagt ist, tanzt er auf der Verlobungsfeier mit Dagmar zu dem Schlager „Wenn die Sonne hinter den Dächern versinkt“. Seitdem fühlt er sich von ihr magisch angezogen und ist von den neuen Gefühlen überwältigt. Die beiden gehen trotz der damit verbundenen Gefahren ein Verhältnis ein, das jedoch ein jähes Ende findet, als ihr Verlobter Rainer im August 1943 in Russland fällt.

Georg tröstet sich mit Marisa, einer Spanierin, die nicht unter die Nürnberger Rassengesetze fällt. Es ist eine Beziehung ohne Versprechungen, denn seine Liebe gilt weiterhin Dagmar, obwohl er Marisa sehr schätzt. Sein Vater erzählt ihm bei einem Treffen von Massenerschießungen und es werden, was niemand für möglich hielt, auf das bisher als sicher geltende Wien erste Luftangriffe geflogen. Weiterlesen »

Tino Hemmann

Tino Hemmann

Tino Hemmann wurde 1967 in Leipzig geboren und hat bereits im Alter von zehn Jahren angefangen Bücher zu schreiben. Nach einer Ausbildung zum Waagenbauer legte er die Hochschulreife ab und studierte Chemie und Pädagogik an einer DDR-Offiziershochschule. Nach der Wende arbeitete er als Erzieher und in der Druckindustrie. Den Engelsdorfer Verlag hat er am 1. Mai 2004 in Leipzig gegründet und ist stolz darauf, heute – gemeinsam mit seinem Team – über 2.000 Autoren aus 26 Ländern zu betreuen. Er ist seit 27 Jahren verheiratet, Vater von einer Tochter und zwei Söhnen und lebt in einem Dorf im sächsischen Muldental. Zu seiner Bibliografie zählen 28 Werke, in denen meist Kinder im Mittelpunkt stehen.

Tino, von dir habe ich nun schon einige Bücher gelesen und bin immer wieder aufs Neue von deiner Vielseitigkeit als Autor überrascht. Du schreibst Kinderbücher, von denen ich die fantastischen Abenteuer der Schulkinder in David Knackmanns unglaubliche Vorlesenacht der vierten Klassen kenne. In dem Roman Hugo, der unwerte Schatz, der mir sehr nahe ging, hast du dich mit dem unmenschlichen Euthanasieprogramm T4 der Nazis beschäftigt. Genauso betroffen hat mich das Schicksal von Elias gemacht, der in deinem Polit-Thriller Und weil die Stunde kommt zum Kindersoldat erzogen wird. Bevor ich auf deine neueste Trilogie zu sprechen komme, verrate mir doch zunächst einmal, wie du die Flucht von Elias nach Islamabad in Pakistan und Delhi in Indien so realitätsnah beschreiben konntest. Weiterlesen »

Der Journalist Paul hat den Auftrag, einen Bericht über den jüdischen Amerikaner Daniel Pearl zu schreiben, der von Mitgliedern der Al-Quaida enthauptet wurde. Die Suche führt Paul, der in der arabischen Welt Safiy al Din oder Boulos genannt wird, zu einem geheimen Camp in die Berge Pakistans, wo Kinder zu Soldaten ausgebildet werden. Dass sich Paul für den vierzehnjährigen Jungen Haydar in dem Camp interessiert, macht den pakistanischen Geheimdienstler Zaim, den Leiter des Camps, skeptisch, denn er hält Paul für einen Spion. Schließlich kann Paul ihn jedoch vom Gegenteil überzeugen und er darf bleiben.

Bei seinem richtigen Namen Elias darf Paul den Jungen nicht nennen. Zaim hätte ihm den Namen Haydar gegeben, als der sich dem erst Dreijährigen in Afghanistan annahm. Für ihn zählt sein Gewehr mehr als sein Leben. Nur allmählich und mit viel Fingerspitzengefühl gelingt es Paul, Haydar etwas über seine Vergangenheit zu entlocken. Als kleines Kind muss ihm etwas Fürchterliches zugestoßen sein und auch in jüngster Vergangenheit hat er im Camp ein traumatisches Erlebnis erfahren. Als sich hoher Besuch im Camp ansagt, belauscht Haydar ein Gespräch und begibt sich mit Paul auf eine spektakuläre und gefahrvolle Flucht. Weiterlesen »

Die Autoren Andreas Marquart und Philipp Bagus beginnen ihr Sachbuch Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden mit einem geschichtlichen Rückblick auf erste direkte Tauschgeschäfte. Später haben die Menschen zum Tausch wertgeschätzte Edelmetalle eingeführt und da die Geldmenge stets der Goldmenge entsprach, besaßen die Bürger „gutes“ Geld. Erst seit 1971 unterliegt das Geld weltweit nicht mehr der Goldbindung, es ist nicht mehr gedeckt und somit „schlechtes“ Geld. Die Geldvermehrung unseres Papiergeldsystems, erklären die Autoren, geschieht nicht durch Förderung weiterer Edelmetalle, sondern durch einfaches Verleihen, wobei die Notenbanken im Zeitalter von elektronischem Geld nicht einmal mehr Geldscheine drucken müssen.

Am Beispiel einer kleinen imaginären Stadt wird dem Leser verdeutlicht, wie eine Umverteilung von Vermögen stattfindet, die leider nicht gerecht vonstatten geht. Gewinner sind immer nur die Erstempfänger wie der Staat sowie Banken und Großunternehmer. Das staatliche Geldmonopol hat eine Geldschwemme und Wertminderung zur Folge, die nach Ansicht von Adreas Marquart und Philipp Bagus zu Konflikten führen und somit den Frieden in Europa gefährden. Denn wenn die Kaufkraft stetig schwindet, wollen plötzlich alle ihr Geld loswerden. Obwohl die hohen Staatsverschuldungen die Ursache allen Übels sind, schieben Politiker die Verantwortung auf Naturkatastrophen oder Ölkrisen. Weiterlesen »

Die Autoren Hans-Peter Noll und Rolf Kiesendahl stimmen den Leser in ihrem Bildband mit einem historischen Rückblick in die Anfänge des Bergbaus, der damit einhergehenden aufstrebenden Stahlindustrie und einer beispiellosen Zuwanderungswelle Hunderttausender auf eine Reise durch Das unbekannte Ruhrgebiet ein. Erst die Erfindung der Dampfmaschine ermöglichte einen Vorstoß durch das Deckgebirge und die Nordwanderung des Bergbaus konnte einsetzen. Die Autoren räumen mit der Vorstellung vieler außerhalb dieser Region lebenden Menschen auf, die beim Ruhrgebiet immer noch an rauchende Schlote und verpestete Luft denken. Selbst von den im Ruhrgebiet lebenden Menschen dürfte nur wenigen bekannt sein, dass der ursprüngliche Hellweg, der heute teilweise zu einer stark befahrenen Autobahn ausgebaut ist, eine mittelalterliche Handelsstraße war.

Mit künstlerisch wertvollen und ausdrucksstarken Fotos untermalen Hans-Peter Noll und Rolf Kiesendahl ihre Beschreibungen und Erklärungen zum Duisburger Innenhafen, dem Schiffshebewerk in Henrichenburg, der Westruper Heide, dem Gasometer in Oberhausen, der Margarethenhöhe in Essen, dem Bergbau-Museum in Bochum oder der Zeche Zollverein in Essen, um nur einige Beispiele zu nennen. Weiterlesen »

In vierundzwanzig Kurzgeschichten und Gedichten erzählt Louis Jansen in seiner Anthologie Momente im Jetzt von einer Frau, die in ihrem Ehemann einen Held sieht oder einer anderen, die nicht mehr leben will und deshalb den Freitod wählt. Ein Vater fährt mit seinen drei Söhnen mit dem Wohnmobil zu einer Weihnachtsmarkttour und ein anderer erschlägt seinen Sohn wegen eines begangenen Diebstahls. In einer Geschichte läuft die Freiheitsstatur durch New York, in einer weiteren hat ein Professor aus Heidelberg eine ungewöhnliche Leidenschaft und in wieder einer anderen geht es in einem Gespräch mit dem Präsidenten um die Eigentumsfrage des Mondes. Der Leser weiß nach der Lektüre, dass man besser nicht Trompete spielen sollte, wenn man es nicht kann und wundert sich mit dem Protagonisten Redcap über die Veränderungen seiner Großmutter, der er das Essen bringen sollte.

In den Kurzgeschichten und auch in den Gedichten geht es überwiegend um gebrochene und enttäuschte Menschen, die in ihrem Leben keinen Sinn mehr sehen und alle Hoffnungen verloren haben. Schlachtfeld, Streit, Morde und Suizide sind die Schlagwörter und wenn man die Aussagen der Anthologie Momente im Jetzt bildhaft darstellen sollte, dann würden die schwarzen und dunklen Töne überwiegen. Weiterlesen »

Wie der Titel des Buches Maja auf der Spur der Natur von Ulf Svedberg bereits verheißt, begibt sich das Mädchen Maja auf eine Entdeckungsreise durch die Natur. Dabei wird den jungen Lesern schnell klar, dass sie lediglich neugierig ihre Augen und Ohren für alles öffnen müssen, um vieles zu sehen, was ihnen sonst bei oberflächlicher Betrachtung verborgen bleibt.

An dem Beispiel eines Ahornbaums sowie der Vogel-, Pflanzen- und Tierwelt zeigt Ulf Svedberg die jahreszeitlichen Veränderungen jeweils zum Beginn eines der vier Kapitel Frühling, Sommer, Herbst und Winter auf. Zum Frühling erklärt er die Bedeutung der Jahresringe von Bäumen und wie den Pflanzen ein Abend vorgetäuscht werden kann. Außerdem wird ein Vogelmännchen auf Brautschau geschickt. Der Leser weiß nach der Lektüre, dass Schlangen mit ihrer Zunge Gerüche wahrnehmen und dass es keinen Honig geben würde, wenn die Pflanzen nicht mit ihren farbenprächtigen Blüten Bienen anlocken würden. Zum Sommer gehören Mücken und der Autor macht deutlich, wo die Mücken ihre Eier ablegen, warum sie stechen und gibt Verhaltensregeln bei Insektenstichen. Weiterhin klärt der Autor darüber auf, welche Lebewesen sich im Unterholz tummeln und wozu sich die verschiedenen Kräuter, Beeren und Blätter eignen. Der Leser erfährt aber auch von kuriosen Dingen, dass beispielsweise die Ohren eines Heupferdes an den Vorderbeinen sitzen und er lernt einen „Wassergucker“ zu bauen, mit dem er seine Beobachtungen unter Wasser fortsetzen kann. Weiterlesen »