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Viola und Thomas haben beide in Münster ein Germanistikstudium aufgenommen. Sie hat vor zwei Jahren ihren Vater durch einen Autounfall verloren, wird von ihrer Mutter immer noch nur Violinchen genannt und teilt sich im Kreuzviertel mit der lesbischen Karin eine Wohnung. Wie Thomas hat sie bisher keine Erfahrungen in Punkto Liebe gesammelt. Für Mädchen hatte er bisher nichts übrig, für ihn zählte nur der Fußballverein Schalke 04. Seine Eltern verlor er bereits im Alter von acht Jahren und ist bei seinem Großvater in Gelsenkirchen-Buer aufgewachsen. In Münster wohnt er zusammen mit Marco, Grit und Nikola in einer Wohngemeinschaft.

Beim Proseminar treffen Viola und Thomas zum ersten Mal aufeinander. Um ihre Schüchternheit vor dem anderen zu verbergen, versucht sich jeder möglichst cool zu geben. Sie führen ein erstes philosophisches Gespräch über das Leben und Gefühle. Von ihren Minderwertigkeitsgefühlen getrieben, gesteht Viola in einer für Thomas missverständlichen Art und Weise, dass sie einen kleinen Busen hat. Thomas nimmt an, sie leide an einer tödlichen Krankheit und so reiht sich ein Missverständnis an das nächste. In ihrer Verlegenheit wissen sich beide nicht so recht auszudrücken und ihre Beziehung, die noch ganz am Anfang steht, ist ein Auf und Ab. Weiterlesen »

Nach dem Tod ihres Vaters zieht die 16-jährige Martha mit ihrer Mutter in die Wohnung zu Johannes, dem neuen Freund der Mutter. Er ist allein erziehender Vater der erst 4-jährigen Penelope und arbeitet als Arzt im Krankenhaus. Martha kann sich mit der neuen Situation nicht arrangieren und will endlich ihre Mutter wieder für sich haben.

In der Schule schwärmt Martha von dem neuen Englischlehrer Alexander. Bei jeder Gelegenheit stellt sie sich in Tagträumen vor, wie er ihr wohl seine Liebe gestehen könnte. Für ein schulisches Theaterstück bestellt sich Martha ein Kleid, doch unglücklicherweise landet das Päckchen bei ihrer Nachbarin Frau Dernburg. Martha kann sich unberechtigt Einlass zu ihrer Wohnung verschaffen, doch als sie gerade das Päckchen an sich nimmt, kommt Frau Dernburg nach Hause. In ihrer Not versteckt sich Martha in einem Schrank, wo sie Zeugin eines Wortwechsels mit einem Besucher wird. Am nächsten Tag erfahren die Hausbewohner, dass Frau Dernburg ermordet wurde. Martha weiß nicht, wie sie sich verhalten soll und bespricht sich mit ihrer Freundin Jill. Die hat eine Idee, wie Martha unter Einbeziehung des Internets Kontakt zu dem Mörder aufnehmen kann, um ihn mit ihrem Wissen zu einer Geldübergabe zu erpressen. Noch zögert Martha, aber das Geld lockt und damit auch die Möglichkeit, mit der Mutter wieder alleine zu wohnen. Weiterlesen »

In den acht abgeschlossenen Kurzgeschichten aus dem Buch Wär Seligkeit für mich von Anna Aldrian spielt immer auch ein ganz spezielles Musikstück eine Rolle, das die Autorin passend zum Text gewählt hat. Den Anfang macht die Erzählung einer Frau, die während einer Fiesta bei ihrem Cousin Don Neco in Paraguay einen gewissen Señor Carlos Fensterseifer kennen lernte. Als der verstirbt, ist sie zur Universalerbin seiner Hazienda bestimmt. Doch die Freude vergeht ihr, als sie die Bedingung im Testament liest.

Der Polizeibeamte Leopold besucht mit seiner Schwiegermutter Hanna ein Konzert. Am darauf folgenden Tag wird der Cellist mit einem Schädel-Hirn-Trauma aus dem Wienfluss geborgen und sein Cello scheint verschwunden. Doch Hanna entdeckt es zufällig, und zur Überraschung von Leopold und Hanna spielt der ehemaligen Cellist bei einem weiteren Konzertbesuch auf dem Piano.

Der Medicus Baruch Sofer aus Wien erhält im Jahr 1741 von seinem Patient Vivaldi ein Etui mit einem besonderen Fächer. Durch Vererbung an seine Urenkelin Serafina, die den Fächer wiederum an ihre Urenkelin Viktoriana weitergibt, landet er schließlich bei deren Enkelin Olga. Über Judith, das Kind ihrer Cousine, reist der Fächer bis nach Argentinien, wo ihn Judith allerdings 1977 versetzen muss, um einer Frau zur Flucht zu verhelfen. Weiterlesen »

Wieder ist ein Jahr vergangen und Mama Giraffe, Papa Krokodil und die beiden Kinder Krokira und Raffolo freuen sich auf das nächste Weihnachtsfest. Während die beiden Kleinen ungeduldig sind und es kaum abwarten können, gibt es für ihre Eltern noch so viel zu tun! Als erstes kümmern sie sich um einen Weihnachtsbaum, den die Familie gemeinsam aussucht. Doch der schöne, große Baum will nicht durch die Eingangstür passen und eine erste Enttäuschung macht sich breit. Das nächste Malheur bahnt sich an, als Vater den Kindern beim Teig ausrollen für die Lebkuchen behilflich sein will, denn auch das klappt nicht wie erwartet.

Schon drängt die Zeit und es ist Heilig Abend! Damit Mama Giraffe und Papa Krokodil alles vorbereiten können, schicken sie Krokira und Raffolo nach draußen in den Schnee, wo sie einen Schneemann bauen sollen. Sie wissen ganz genau, warum die Eltern sie loswerden wollen und fügen sich deshalb in ihr Schicksal. Doch ihre Schneekugel wird immer größer und macht sich plötzlich selbstständig. Sie rollt den Berg hinunter und sorgt für ein weiteres Unglück. Allen ist klar, dass sie endlich Ruhe bewahren müssen, sie besinnen sich, teilen die Arbeit ein und feiern schließlich das schönste Weihnachtsfest. Weiterlesen »

Der Politiker und Jurist Friedrich Barthelemy war stolz auf seine Tochter Espen, als sie sich zu einem Politikstudium entschloss. Heute ist die gebildete Frau auf der Durchreise, ihrer letzten Reise auf der Suche nach der Wahrheit. An der Grenzstation hofft sie, dass man ihr den Weg zum Haus der Freude erklärt. Enttäuscht irrt sie als Fremde durch die Stadt, nimmt sich ein Zimmer und muss auf den Transport warten, der sie zu ihrem Ziel bringen soll. In den Gassen, im Gasthaus oder Kaffeehaus trifft sie auf Menschen, die ihr von einem verlorenen Mädchen erzählen und davon, dass sie etwas verloren hat. Nur weiß sie nicht, was das sein soll. Immer wieder wird Espen gefragt, ob sie sich nicht schämt und es dringen sogar Personen in ihr Zimmer, von denen sie nicht weiß, wer sie sind. Sie bittet einen Geistlichen um Hilfe, der sich jedoch nicht für Fremde zuständig fühlt und im Völkerkundemuseum unterhält sie sich mit Lammarck, der dort beschäftigt ist. Schließlich erfährt sie von Mitarbeitern des Fundbüros, dass gegen sie ein Verfahren eröffnet wird, weil sie etwas Wichtiges verloren hat, das sie nicht hätte verlieren dürfen, und sie deshalb die Stadt nicht verlassen darf.

Für den Leser ist es nicht einfach, sich sprachlich und gedanklich in den Roman Nachhall von Beile Ratut hineinzufinden. Schon früh erfährt er aber, dass Espen große Angst hat und sich sogar vor ihren Träumen fürchtet. Weiterlesen »

Die Perfektionistin Katharina Johannsen arbeitet für ein Recherchebüro in Bremen. Zusammen mit zwei Kollegen sammelt sie im Auftrag der unterschiedlichsten Kunden Material zu allen möglichen Themen. Katharina liebt ihren Job, durch den sie vor drei Jahren auch ihren Freund kennengelernt hat. Für die junge Autorin Anne Assmann hatte sie einen Rechercheauftrag übernommen und war deshalb zu der Premierenlesung des Romans eingeladen. Beim anschließenden Essen hat sie neben dem Lektor Jens Weise gesessen, dessen charmante und witzige Art ihr gefiel. Nach einigen weiteren Treffen wurden die beiden ein Paar und Jens, der für einen Berliner Verlag arbeitet, hat sich in Bremen eine Wohnung gemietet, obwohl er lieber bei Katharina eingezogen wäre.

In den letzten Jahren hat Katharina die Nordseeinsel Sylt gemieden, obwohl sie dort aufgewachsen ist. Ihre etwas chaotische Schwester Inken betreibt dort eine Segelschule, seit die Eltern nach Mallorca ausgewandert sind. Von gelegentlichen Anrufen abgesehen hat Katharina keinen allzu engen Kontakt zu ihrer zehn Jahre jüngeren Schwester. Doch nun muss sie im Auftrag des holländischen Bestsellerautors Bastian de Jong für seinen neuen Roman einige Recherchen im Archiv der Insel betreiben. Dort begegnet sie nicht nur ihrer ehemaligen Lehrerin Frau Dr. Martha, sondern auch ihrer großen Liebe Hannes, der sich vor über zwanzig Jahren wegen einer anderen Frau von Katharina getrennt hat. Weiterlesen »

In dem Kinderbuch Vorsicht Geisterjäger! von Heiko Wolz wohnt der zehnjährige Ben in Bückelberg und ist sehr wütend über den Wegzug seines Freundes Tom nach Zürich, wo dessen Vater eine Anstellung in einem Krankenhaus gefunden hat. Die Eltern von Ben betreiben eine Buchhandlung, die sie aktuell in Hexenküche umbenannt haben, weil sie sich auf die Themen Mittelalter, Zauberer, Gespenster sowie Außerirdische spezialisiert haben. Frau Kummersbach, eine Kundin, ist davon überzeugt, einen Geist in ihrem Haus zu haben. Da es in ihrem Badezimmer immer quietschen würde, bittet sie Bens Vater um Hilfe. Ben fährt mit seinem Vater zu Frau Kummersbach und ist jetzt noch mehr verärgert, weil nun das versprochene Drachensteigen verschoben werden muss.

Bens Vater glaubt zwar wie Ben nicht an Geister, doch geht er auf die Wünsche seiner Kundin ein und veranstaltet einen beeindruckenden Hokuspokus, woraufhin sich die ältere Dame mit einem Zwanzigeuroschein bei Ben bedankt. Damit steht für Ben der Entschluss fest, von nun an als Geisterjäger aufzutreten. Mit seinen Klassenkameraden Popel, der seinem Namen alle Ehre macht, und Karate zieht er von Haus zu Haus. Weiterlesen »

Der dreizehnjährige Joshua hat vor fünf Jahren seinen Vater durch einen Heckenschützen verloren. Ein Jahr später zog er mit seiner Mutter und seinem verhassten Stiefvater nach Amarias, eine durch eine Mauer geteilte Stadt. Joshua wohnt Auf der richtigen Seite, wo sich die Bewohner durch eine hohe Mauer und Stacheldraht vor den Feinden auf der anderen Seite schützen. Es gibt nur einen Durchgang, den von Soldaten bewachten Checkpoint. Um jedoch nach Amarias zu gelangen, benötigt man einen Passierschein.

Eines Tages landet der Lederfußball von Joshua auf einer Baustelle, auf der merkwürdigerweise nie gearbeitet wird. Um seinen Ball wieder zu bekommen, klettert der Junge über den Zaun und bestaunt dort ein zerstörtes Haus. Von seiner Neugier getrieben entdeckt er unter einem Metalldeckel ein tiefes Loch, das sich als Eingang zu einem unterirdischen Tunnel entpuppt. Joshua ahnt, dass der Tunnel auf die andere, verbotene Seite führt und beschließt trotz seiner Angst, in den Tunnel zu kriechen. Am anderen Ende sieht er sich einer anderen Welt gegenüber. Plötzlich wird er von einer Gruppe älterer Jungen verfolgt, die nach seinem Leben trachten. Zum Glück kommt ihm Leila zu Hilfe, doch ahnt Joshua nicht, wie sehr er damit ihre Familie in Gefahr bringt. Um sich zu revanchieren und sein Gewissen zu erleichtern, kümmert er sich von nun an um einen Olivenhain von Leilas Familie, aber sein Leben hat sich für immer verändert und den unbeschwerten Jungen gibt es nicht mehr. Weiterlesen »

In der Vorweihnachtszeit machen es sich viele Menschen gerne zu Hause in der warmen Stube gemütlich und greifen zu einem Buch. Welche Lektüre könnte sich da besser anbieten als Weihnachtsgeschichten aus dem Ruhrgebiet? In dreizehn, in sich abgeschlossenen Geschichten rund um das Fest schreibt Margit Kruse, wie die Menschen im Ruhrgebiet diese festlichen Tage erlebt haben.

Dieter möchte seiner Taube Mövchen eine besondere Heilige Nacht bescheren und handelt sich damit bei seinen Eltern mächtigen Ärger ein. Eine fast Vierzehnjährige bessert sich mit dem Austragen der Kirchenzeitung in einem Altenheim das Taschengeld auf, doch die erhoffte Geldzuwendung aus Anlass des bevorstehenden Weihnachtsfestes bleibt aus. Nachdem Karl von seiner Frau verlassen wurde, verlor er seine Arbeit und sehnt sich als Obdachloser wenigstens zum Fest nach etwas Wärme. Ein Mädchen kann die Neugier auf ihr Weihnachtsgeschenk nicht bremsen und hält deshalb auf dem Dachboden Ausschau nach Paketen. Dem Schaukelpferd der heute vierzehnjährigen Birgit wurde übel mitgespielt und während sie am Heiligen Abend alten Erinnerungen darüber nachhängt, fällt plötzlich der Strom aus. Conni spielt bei Onkel Fritz am liebsten mit dem Huhn Charlotta, doch sie ahnt nicht, dass der das Huhn für den weihnachtlichen Kochtopf vorgesehen hat. Weiterlesen »

Sowohl das Verfassen, als auch das Lesen dieser Rezension setzt das Vorhandensein eines vernetzten Nervensystems voraus, mit dessen Entwicklung die Stammzellen bereits während der embryonalen Phase beginnen: Mit unserem Gehirn. Der promovierte Neurobiologe Henning Beck räumt in seinem Buch Hirnrissig mit einer Vielzahl von Mythen auf und will verständlich machen, was die Wissenschaft bisher über dieses spannende Organ in Erfahrung gebracht hat. Erst das Zusammenspiel von Groß-, Zwischen- und Kleinhirn ergibt ein perfektes Ganzes und natürlich geht der Autor auf die einzelnen Hirnzentren ausführlich ein. Sehr anschaulich erklärt er, was bei einer Elektroenzephalographie (EEG) gemessen wird oder was bei der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) geschieht. Der Leser erfährt, dass der Mensch seiner Amygdala, einem Teil des limbischen Systems, bestimmte Abneigungen oder Vorlieben zu verdanken hat, warum das Hirngewebe gefaltet ist und ob ein großes Hirn mehr zu leisten vermag als ein kleines.

Die Natur hat es so eingerichtet, dass unser Gehirn vor allen anderen Organen versorgt wird und es kann seine Leistung durch den Ausbau neuronaler Verknüpfungen, der Synapsen, sogar steigern, je mehr es gefordert wird. Der Leser erhält Kenntnis darüber, welchen Einfluss Alkohol auf das Gehirn hat und ob es tatsächlich nachweisbare Unterschiede der Gehirne von Frau und Mann gibt. Weiterlesen »